Tipps für Kalifornien

In letzter Zeit hatte ich ein paar Fragen nach Tipps für Kalifornien, sowohl im Hinblick auf einen Urlaub wie eben auch einen längeren Aufenthalt. Ich habe das mal zusammengeschrieben bzw. aus ein paar Mails auch wieder rauskopiert. Das sind in erster Linien Tipps für Urlaubsreisen, aber ich stelle auch noch ein paar Hinweise für einen Lehr- und Forschungsaufenthalt zusammen. 


Telefon: 

Ohne Datentarif geht es eigentlich nicht mehr. Bereits bei der Landung sollte man ein funktionsfähiges Handy haben, sonst wird ein Transfer mit UBER, das Finden des Hotel-Shuttles oder das elektronische Einchecken für den Mietwagen sehr kompliziert bis unmöglich. Klassisches Roaming kann ein Vermögen kosten und Vodafone bucht 10 Euro am Tag ab, wenn man das Handy auch nur kurz nutzt und bei 5G gibt es das Phänomen des Geisterroamings, d.h. trotz abgeschalteter Daten kann es eben doch dazu kommen, weil irgendwelche Datenpakete beim Anmelden im Netz ausgetauscht werden. Somit: wenn man keinen Datentarif hat, dann das Handy lieber im Flugmodus mit WLAN lassen, sonst wird es schnell teuer. 

Jetzt zu den Optionen für die USA: 

  • USA dazubuchen zum deutschen Vertrag. Bei Vodafone sind das 5 Euro im Monat und ich habe schon deshalb, weil es auch die Schweiz abdeckt. Der Vorteil: man muss sich um nichts mehr kümmern und hat auch kein Kostenrisiko, der Nachteil ist allerdings, dass man die Option dauerhaft bucht bzw. für mindestens 6 Monate. Ein weiterer Nachteil ist, dass man eben keine amerikanische Telefonnummer besitzt, was vereinzelt ein, wenn man keine SMS empfangen kann. In einem Hotel mussten wir eine schachsinne App runterladen und dafür eine amerikanische Telefonnummer hinterlegen, damit wir überhaupt die Waschmaschine nutzen konnten. 
  • Ein reiner Datentarif. Da gibt es zahlreiche Anbieter, ich habe mit Flexiroam gute Erfahrungen gemacht, ich habe einen Datentarif als Backup mit 10 GB für 30 Euro, welcher ein ganzes Jahr in insgesamt 160 Ländern gültig ist. Auch hier gilt der Nachteil, dass man eben nicht telefonieren kann und eben keine SMS an amerikanische Nummern bekommen kann. 
  • Amerikanischer Kurzzeittarif. Das geht sowohl mit einer physischen Sim wie auch mit einer eSim. Das kann man z.B. über Amazon mit Sim-Karte oder eben auch über Flexiroam bestellen. Es gibt auch vor Ort solche Angebote wie T-Mobile for Tourists. Die Angebote mit physischen Sim-Cards liegen schnell bei 30-40 Euro für 2-4 Wochen, die eSim-Angebote sind deutlich günstiger. Generell ist - wenn das Handy das unterstützt - die eSim der einfachste Weg. 
  • Bei mehr als 3-4 Wochen Aufenthalt kann ein regulärer Telefontarif Sinn machen. Wir zahlen für 3 Monate insgesamt 45 US$, haben unbegrenzte Daten und eine lokale (in unserem Fall 805)-Vorwahl. Der Anbieter, den wir nutzen ist MINT Mobile, man ist im T-Mobile-Netz und hat oft auch echtes 5G, d.h. ein ganze Hörbuch war während der Autofahrt in Sekunden runtergeladen. 

Planung generell 

Bei einer Reise nach Kalifornien sollte man möglichst antizyklisch planen, d.h. am Wochenende in die Städte und unter der Woche in die Nationalparks, an den Strand oder zu den typischen Touristenattraktionen. Das geht so weit, dass in einer Stadt wie Solvang (ein Ausflugsziel von LA ins südliche Vinecountry) ein Zimmer am Wochenende dreimal so viel kostet wie unter der Woche. Generell sind Hotelzimmer in Städten am Wochenende deutlich günstiger. Ausnahmen können Großveranstaltungen sein und auch Feiertage sollte man im Auge behalten. Gerade in den Nationalparks kann es an Memorial Day und Labor Day sehr voll werden, d.h. keine freien Parkplätze, lange Wartezeiten um überhaupt reinzukommen und einen Zeltplatz zu finden kann man vergessen. Selbst im kleinen Pinnacles Nationalpark mussten wir am letzten Sonntag fast 25 Minuten warten, bis wir rein konnten und konnten nur auf einem Overflow-Parkplatz stehen. 


Attraktionen und Touren 

Auch für solche Angebote gilt: Wenn man planen kann, ist es besser, im Voraus zu buchen, das erspart manchmal lange Wartezeiten und ist mitunter auch günstiger. Außerdem kann es sein, dass kurzfristig keine Plätze mehr frei sind. Ein Beispiel sind die Bootstouren zu den Kanalinseln. Diese sind regelmäßig 2-3 Wochen im Voraus ausgebucht, vor allem wenn man mehr als 2 Plätze benötigt. 

Eintritte in Museen etc. sind in der Regel teuer ($10) bis sehr teuer ($30 und mehr) und es gibt nur geringe Familien- oder Kinderrabatte. In Einzelfällen gibt es Ermäßigungen für Schüler/Studenten, d.h. mit Ausweis. Also: wegen der Preise lieber 1-2 Museen "richtig" besuchen. Ein City-Pass o.ä. lohnt sich selten, da müsste man schon mehr als 3 Attraktionen am Tag besuchen und das ist z.B. in Los Angeles aufgrund der Entfernungen einfach unrealistisch. 

Ansonsten der alte Trick: wenn die Zeit fürs Museum nicht reicht (oder wie bei mir der Geiz siegt), dann in den Shop oder ins Café gehen, meistens sieht man dann schon ein paar Highlights :-)

Übrigens: Es gibt z.B. in San Francisco und Los Angeles auch viele kostenlose Museen (z.B. Griffith Observatory, Science Museums etc.). 

Freizeitparks sind noch teurer. Hier muss man sich überlegen, was sich lohnt und was es einem wert ist. Legoland gibt es auch in Europa, in Disneyland oder Disneyworld war ich noch nicht und Zoos kann ich auch in Deutschland besuchen. Bei Achterbahnen werden wir allerdings schwach, wir waren schon mehrmals in diversen Six Flags Parks. Mit etwas Glück findet man für den Eintritt irgendeinen Coupon, der es günstiger macht (manchmal z.B. auf Coladosen im Großraum Los Angeles). Wenn man Glück hat, sind die Eintrittskarten gar nicht so teuer (ab 50 Dollar) und im Vorverkauf teilweise deutlich günstiger als vor Ort. Aber: Es bleibt nicht dabei, man muss parken (schnell 20 Dollar) und mehr. Ein Hotel in der Nähe macht Sinn, dann kann man laufen oder eine kurze UBER-Fahrt machen. Auch einen Meal-Deal vorher buchen kann Geld sparen und bei warmem Wetter auch die Getränkeflatrate dazu, mitbringen darf man normalerweise nichts, aber immerhin sind die Wasserspender kostenlos. Meine persönliche Meinung: Lieber einen Tag richtig hingehen, gleich morgens rein, dazu einen Fastpass (virtuelles Anstehen, dadurch kein Sonnenstich und je nach Preis kürzere Wartezeiten). Das hat auch seinen Preis, kann noch mal so viel kosten wie der Eintritt, aber es lohnt sich, da man an dem Tag vermutlich dreimal soviel Achterbahn fährt wie mit einem regulärem Ticket. 

Generell: Es lohnt sich, nach Coupons Ausschau zu halten, die gibt es manchmal an der Hotelrezeption, online, für Six Flaggs habe ich sie im Großraum Los Angeles schon auf Cola-Dosen gesehen und für das Computer History Museum im Silicon Valley gibt es immer wieder Sonderangebote bei Groupon. 


Nationalparks 

Der System-Wide-Pass für US$80 spart Geld, sobald man mehr als 2 Parks besucht und manchmal kommt man auch schneller in den Park. Der Pass ist ein Jahr gültig und spart massiv Geld gegenüber den Einzeleintritten, die in den meisten Parks bei US$30 liegen. Die Karte hat Platz für 2 Unterschriften, diese werden auch mit dem Personalausweis abgeglichen, aber: die Karte darf tatsächlich innerhalb der Familie weitergegeben werden, wobei der Familienbegriff großzügig ausgelegt wird. 

Generell gilt: Bekannte Nationalparks sind in der Ferienzeit voll und am Wochenende sehr voll. Es ist ratsam, früh aufzustehen, wenn man in den Park rein will. Wenn ein Park mehrere Eingänge hat, kann man bei Googlemaps nachschauen, wie lange die Wartezeiten sind. Wenn man schon einen Pass hat, sollte man ihn gut sichtbar am Rückspiegel befestigen. Im Yosemite National Park habe ich erlebt, dass ein Ranger gezielt diejenigen eingelassen hat, die gerade den Pass sichtbar angebracht hatten und das waren mindestens 30 Minuten weniger Wartezeit. 

Man sollte sich vorher erkundigen, ob es einen Timed-Entry gibt, der Wartezeiten vermeidet, weil man "seinen" Slot für den Eintritt in den Park reserviert. Das bedeutet aber im Gegenzug auch, dass man ohne Timed-Entry unter Umständen erst Stunden später, z.B. nach 17:00 Uhr, eingelassen wird. Im Rocky Mountain National Park waren wir eine halbe Stunde zu früh und mussten tatsächlich warten. 2024 hat auch Yosemite National Park zum ersten Mal ein System eingeführt, bei dem an bestimmten Tagen (meistens Feiertage und Wochenenden) eine Reservierung sowohl für die Einfahrt wie auch die Durchfahrt (Tigoa-Pass) erforderlich ist. 

Am Eingang bekommt man eine Karte mit weiteren Informationen, die ein schönes Souvenir ist, aber auch vor Ort weiterhilft. Die größeren Parks haben auch eine Art Wochenzeitung mit Terminen und Angeboten. Dort gibt es auch tolle Programme wie Stargazing, Rangertalks und Angebote für Kinder wie Junior Ranger etc. 


Unterkünfte

Wer auf einem Campingplatz im Nationalpark campen möchte, sollte vor allem an den Wochenenden früh buchen. Oft werden die Plätze 6 Monate im Voraus zur Buchung freigeschaltet und ich habe auch schon erlebt, dass sie innerhalb von Minuten vergeben waren. Nicht jeder Nationalpark hat die gleichen Regeln, manchmal werden bestimmte Campingplätze (Sequioa, Yosemite) erst zur Buchung freigegeben, wenn die Zufahrtsstraße vom Schnee geräumt ist. Es macht also Sinn, weiter zu schauen, und ich habe auch schon einen anderen Platz zugunsten eines besseren im Yosemite storniert (man will ins Valley). Es ist also Bewegung drin und man kann inzwischen sogar einen Altert setzen, wenn zum Wunschtermin wieder etwas frei wird. Hier und da gibt es dann weitere Zeltplätze, die mittags auf Walk-In-Basis vergeben werden und der Tipp für Yosemite heißt Camp 4, dessen Plätze erst 14 Tage vorher reserviert werden können. Zudem werden die Plätze pro Person vergeben, d.h. zu zweit kommt man eigentlich immer unter und teilt sich den Platz mit anderen Zelten. 

Wenn man im National Park nicht fündig wird, sind National Forests, State Parks und teilweise auch County Parks (z.B. Ventura) mögliche Alternativen zum Campen. Es gibt auch private Plätze, hier einfach schauen, das können sehr teure Plätze mit Pool etc. sein, die vor allem auf große Wohnmobile eingestellt sind, aber auch Plätze, die gut zum Zelten geeignet sind. 

Wer nicht zelten möchte: Eine Übernachtung über AirBnB lohnt sich gegenüber einem Hotel meist ab 3 Nächten, da die Kosten für die Endreinigung recht hoch sind (der Mindestlohn in Kalifornien liegt mittlerweile bei US$20) und das verteuert die günstigen Preise pro Nacht merklich. Statt jede Nacht in ein neues Hotel zu fahren, kann man sich auch überlegen, jeweils eine Unterkunft in oder bei LA, an der Central Coast z.B. in San Luis Obispo und bei San Francisco für 3-5 Tage zu buchen. Vorteil: Man hat einen Ort und kann mit einem leeren Auto in Tagesausflügen weite Gebiete erkunden und muss nicht ständig packen und einchecken. 

Generell kann man mit Booking.com gut Hotels/Motels finden und wenn man die Übernachtungen so plant, dass man in kleineren Städten übernachten kann, spart man Geld und hat das Auto kostenlos und sicher geparkt. Vor allem Universitätsstädte bieten sich als Zwischenstopp an, solange es nicht das Wochenende ist, an dem die Eltern ihre Erstsemester abliefern oder wichtige Sportereignisse stattfinden. Meist findet man dort auch nette Restaurants zu halbwegs erschwinglichen Preisen und kann viel zu Fuß erkunden. 

Achtung: Wenn man die einschlägigen Plattformen in den USA aufruft, dann fehlen bei den Preisen noch die lokalen Steuern etc. Das kann teilweise absurde Auswüchse annehmen, selbst bei Booking.com - wenn man diese Seite aus den USA aufruft - werden zusätzlich zur Übernachtung neben Steuern mitunter auch noch irgendwelche "Ressort-Fees" aufgerufen und dann werden aus den scheinbar günstigen US$79 für eine Übernachtung plötzlich deutlich über 100 Dollar. Ich selbst bin auch schon darauf reingefallen, habe gesehen (obwohl mein Computer auf Euro und Deutschland eingestellt war), dass es das bereits gebuchte Hotelzimmer scheinbar günstiger gibt. Ich habe die Buchung storniert und nach der Neubuchung war es dann gut 10 Euro teurer...


Mietwagen

Unbedingt von Deutschland aus buchen, dann ist das Auto ausreichend versichert. Außerdem sind so eventuelle Zusatzkosten (z.B. One-Way) bei der Buchung korrekt ausgewiesen und im Endpreis enthalten. Ich war lange Zeit ein Freund von Avis und Hertz. Bei beiden war der Kundenservice in letzter Zeit aber deutlich schlechter als früher. Mit Sixt habe ich bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Allerdings hat Sixt deutlich weniger Stationen in den USA, was weniger flexibel ist und zum Nachteil wird, wenn man z.B. das Auto tauschen muss. Wichtig: Hertz ist teilweise als Franchise organisiert, die Station 2 Straßen weiter in San Francisco kann schon ganz andere Fahrzeugverfügbarkeiten und Öffnungszeiten haben.  

Portale wie Expedia und/oder ADAC bieten einen guten Überblick, da die Preise extrem variieren können. Vereinfacht gesagt: Wenn eine kleine Station von Vermieter A nur 3 Vans hat und 2 davon schon vermietet sind, dann wird der letzte Van sehr teuer, während man bei Vermieter B am selben Flughafen die gleiche Fahrzeugkategorie noch deutlich günstiger bekommt. Ich persönlich buche meistens direkt bei Autovermietungen über deren deutsche Websites, zumal ich dort die Rabattcodes (einfach googeln) nutzen kann, die für ADAC-Mitglieder, Miles&More-Teilnehmer, Bahncard-Inhaber etc. gelten. Im Zweifelsfall auch bei der Reisestelle des Arbeitgebers nachfragen, die haben manchmal richtig gute Rahmenverträge mit Rabattcodes. 

Viele Autovermietungen bieten kostenlose "Preferred"-Programme an. Die Mitgliedschaft erspart in Stoßzeiten viel Zeit bei der Abholung oder ermöglicht es sogar, an der Schlange vorbei direkt zum Auto zu gehen. 

Zur Fahrzeugkategorie: Generell liegen die Preisunterschiede zwischen Budget (Kleinwagen), Compact (Golf- oder Corolla-Klasse) zu Intermediate oder Fullsize (z.B. Toyota Camry) nur bei wenigen Dollar pro Woche. Es ist also besser, das etwas größere Auto zu nehmen, dann hat man auch alle Komfort- und Sicherheitsextras an Bord und das Auto ist auch komfortabler. Die Verbrauchsunterschiede sind marginal. Wer viel Gepäck hat, sollte gleich ein SUV nehmen. Der Mehrverbrauch ist bei den üblichen 65-70 mph auch überschaubar und man hat dann einen Kofferraum, der mit einem Kombi vergleichbar ist. Im Toyota Camry hatten wir letzten Sommer (trotz Außenlänge einer E-Klasse) Probleme, 3 Taschen im Kofferraum unterzubringen. Ein Mittelklasse-SUV entspricht vom Platzangebot im Innenraum und im Kofferraum etwa einem Mercedes C-Klasse Kombi. 

Mietwagenpreise sind dynamisch und können - im Gegensatz zu Flugtickets - im Laufe der Zeit auch günstiger werden. Es lohnt sich, die Preise zu beobachten. Oft kann man bis zu 6 Stunden vorher kostenlos stornieren und ich konnte schon mehrfach durch eine spätere Neubuchung einige hundert Euro sparen oder zumindest für das gleiche Geld ein Upgrade auf ein besseres Auto sichern. 

Einwegmieten und sonstige Gebühren: Zunächst einmal gilt die Faustregel: Eine Woche kostet so viel wie 5 Tage, d.h. wenn man seinen Urlaub plant, spart man Geld, wenn man den Mietwagen für ganze Wochen nimmt. Einwegmieten sind innerhalb eines Bundesstaates meistens kostenlos und z.B. auch zwischen Nevada (Las Vegas) und Kalifornien. Ich habe alles erlebt von ca. 100 US$ Aufschlag für die Abgabe in Seattle, aber auch schon absurde Fälle, wo die Einwegmiete den Preis für 2 Wochen von knapp 1000 Euro auf über 2000 Euro verteuert hätte. Also: Preise in Deutschland über ein Portal wie Expedia prüfen und Varianten durchspielen. Ich habe auch schon erlebt, dass eine "Splitten" der Buchung (Las Vegas-Los Angeles und dann eine zweite Buchung innerhalb Kalifornien) dafür gesorgt hat, dass es ohne den Aufschlag ging. 

Bei der Abholung werden einem alle möglichen Versicherungen und Upgrades angeboten. Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber man könnte meinen, dass das Personal dafür eine Provision erhält. Ein in Deutschland gebuchter Mietwagen ist ausreichend versichert. Sinnvoller ist es, darauf zu achten, dass die Kreditkarte eine Mietwagenversicherung enthält. Bei vielen Gold Cards ist das der Fall. Ich selbst habe eine relativ teure American Express Karte, da ist wirklich alles versichert und man kann getrost zu allem nein sagen. Tipp: Es gibt eine Eurowings-Kreditkarte, die ist im ersten Jahr sogar kostenlos und beinhaltet die Versicherungen. Zum Thema "Pannenhilfe" (auch ein Angebot bei Abholung des Mietwagens): Wer ADAC-Mitglied ist, sollte auch in den USA Hilfe von AAA bekommen und wenn man ganz auf Nummer sicher gehen will, dann gönnt man sich die ADAC-Plus-Mitgliedschaft mit der schwarzen Karte, das kostet so viel wie 2-3 Tage Pannenschutz über die Autovermietung und man hat auf jeden Fall zusätzlich die Auslandskrankenversicherung, die man braucht. Außerdem will man einem einen Toll Pass verkaufen, also für die Bezahlung der Maut. Das kostet dann 7-10 US$ pro Tag. Das macht Sinn, wenn man 2 Tage geschäftlich in der Bay Area unterwegs ist und mehrmals Brücken etc. überquert. Für einen Urlaub ist es Geldverschwendung, da man es an den meisten Tagen nicht braucht. Man kann die Maut auch im Nachhinein online bezahlen oder sich vorher für einen Zeitraum registrieren, hier zum Beispiel für die Bay Area. Selbst die Nachberechnung durch die Autovermietung ist deutlich günstiger. Rund um San Francisco kann man die Maut zwar nicht ganz umgehen, aber sonst schon, indem man einfach Google Maps so einstellt, dass die Mautstraßen umfahren werden. Der letzte Punkt ist eher Geschmackssache: Bei der Abholung wird angeboten, dass man das Auto mit leerem Tank zurückgeben kann und meistens ist der Spritpreis etwas günstiger als an der Zapfsäule. Als Ökonom würde ich sagen, ich gehe mit der Autovermietung eine Wette ein, wie leer ich den Tank vor der Rückgabe fahren kann, ohne die Nerven zu verlieren oder liegen zu bleiben. Man kauft sich zwar für ein paar Dollar eine gewisse Bequemlichkeit, aber in der Regel ist es günstiger, den Wagen vor der Rückgabe selbst vollzutanken. 

Generell gilt: Wer Kalifornien sehen will, braucht einen Mietwagen. In Los Angeles kommt man ohne Mietwagen aus, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nicht überall hin (z.B. Mullholland Drive) oder muss große Umwege in Kauf nehmen, ähnlich ist es in San Diego. Einzige Ausnahme ist San Francisco, wo das Auto ein teurer Klotz am Bein ist (Hotels verlangen teilweise US$50 und mehr fürs Parken) und man ein hohes Risiko hat, dass es aufgebrochen wird. Also die Reise so planen, dass sie entweder in San Francisco beginnt oder endet, dann kann man sich die Stadt auch ohne Mietwagen ansehen. Wenn es nicht anders geht: Auto in Sausalito parken und mit der Fähre nach San Francisco fahren. Je nach Reiseroute kann es sogar sinnvoll sein, alles ins Hotel zu bringen, den Mietwagen in San Francisco abzugeben und dort einen neuen Mietwagen zu mieten. 


Essen

In-N-Out-Burger: günstiger und besser kann man unterwegs nicht essen. Burger aus frischem Fleisch und Pommes direkt aus Kartoffeln. In dem Not-so-Secret-Menu finden sich weitere Variationen und als Life-Hack lässt sich über "Protein-Style" aus einem Burger sogar ein Salat machen. 

McDonalds ist in den USA einfacher aufgestellt, d.h. weniger Auswahl, es fehlen Wraps und Salate, d.h. das muss man mögen. In kleineren Städten fehlt es an Alternativen, dafür ist es unschlagbar schnell und teilweise komplett digitalisiert, d.h. Bestellung per App oder am Bildschirm. Wer etwas mehr Auswahl wie Salate und Baked Potatoes sucht, wird bei Wendy's fündig, auch Burger Kind bietet Salate an. Allen Restaurants gemeinsam ist, dass man für deutlich unter 10 US$ pro Person satt wird und es schnell geht. Wer Hähnchen in allen Variationen mag, wird bei Chick-fil-A fündig, auch hier gibt es gute Salate. Subway ist aus Deutschland bekannt, hier sollte man nur vorher die Brotsorten verstehen, sonst gibt es Überraschungen. 

Diverse Ketten wie Starbucks und Panaera bieten Sandwiches und andere Sachen zum Essen vor Ort und zum Mitnehmen an, hier kommt man mit Getränken zwischen US$10 und US$15 aus. 

Wenn man nicht gerade am Strand von Santa Monica oder in Downtown San Francisco ist, kostet das nächstbeste Essen (Burger, Sandwiches, Salate, Pizza, Pasta) in vielen Restaurants zwischen $10 und $20, Steaks etc. gut $10 mehr. Wasser ist kostenlos, normale Getränke zwischen $3 und $5, Softdrinks werden meist kostenlos nachgefüllt. Bier kostet zwischen $6 und $10, wobei ein großes Glas meist nur wenig mehr kostet als ein kleines. Wer Craft Beer ausschenkt, kann es meist kostenlos probieren, was eine gute Idee sein kann, bevor man sich ein zu süßes IPA mit Haselnussgeschmack (Stichwort Reinheitsgebot) gönnt. Also: Essen gehen muss nicht unbedingt teurer sein als in Deutschland, solange man auf die Preise der Speisekarte achtet. Aber: Bei den Preisen fehlen die Steuern und das Trinkgeld, und das ist nicht freiwillig, denn das ist der Lohn für das Personal. So kommt noch einmal ein gutes Viertel auf die Rechnung. Auch wenn einem etwas anderes eingeredet wird: 18-20% sind ein gutes Trinkgeld und das kann man dann nach dem Auflegen der Kreditkarte eingeben. An der Kaffeebar hat man früher einen Dollar in einen Becher gelegt und das ist eigentlich immer noch ein faires Trinkgeld wenn man Getränke "to-go" mitnimmt. 

Bei gehobenen Restaurants ist der mögliche Rechnungsbetrag nach oben offen. Meine persönliche Meinung: Selten korreliert der Mehrpreis mit der Mehrleistung und gerade Weine sind richtig teuer. Da geht man lieber in eine Sportsbar oder einen Burgerladen mit sehr guten Google-Bewertungen. Ähnliches gilt für irgendwelche Edelbars und Lounges: solange die Aussicht nicht genial ist, würde ich keine $20 und mehr für einen Cocktail oder Wein ausgeben. 

Ein Wort zu Reservierungen: am Wochenende kann das manchmal notwendig sein, um lange Wartezeiten vermeiden. Auf der Website nachschauen, ggf. über Open Table oder telefonisch. Wichtig ist aber auch: da sein, wenn die Reservierung beginnt. Wenn man nicht da ist, wenn der Name aufgerufen wird, verfällt die Reservierung und man muss sich hinten anstellen. 

Für die Selbstverpflegung beim Camping oder für das Picknick am Strand gibt es Trader Joes, übrigens eine Tochter von Aldi Süd. Hier gibt es viel Frisches, aber auch abgepackte Sandwiches und Salate und übrigens auch deutschen Sprudel. Safeway und VONS sind große Supermarktketten, auch hier kann man sich gut verpflegen, auch das warme Hähnchen und Sushi eignen sich gut zum Mitnehmen. Teilweise gibt es dort auch Theken, die wie die kleinen Delis frischbelegte Sandwiches anbieten. Drogerieketten wie CVS und Walgreen sind gleichzeitig Nahversorger, d.h. man bekommt dort gut Getränke, aber auch eine kleine Auswahl an Snacks und Mahlzeiten. Bis auf Trader Joes haben alle ihre Kundenbindungsprogramme, mal mit Karte, mal per Telefon und/oder E-Mail. Einfach nachfragen, so kann man schnell 15-30% der Einkaufssumme sparen, z.B. bei Safeway gelten Sonderangebote nur für Teilnehmer des Programms. 


Ein paar Tipps zur eigentlichen Reiseplanung (ganz subjektiv...) 

Los Angeles: Es gibt viel zu tun, aber es hängt wirklich davon ab, wie viel man fahren möchte und ob man sich für die Großstadt begeistert. Ich mag Santa Monica, aber es gibt viele andere interessante Ecken. Wenn ich meiner Jugend-Gründet-Gruppen einen Tag lang die Stadt zeige, besuche ich in der Regel das Griffith Observatory, den Walk of Fame und ein wenig den Mullholland Drive und fahre dann am Nachmittag nach Santa Monica. Wenn jemand mehr Zeit für den zweiten Tag hat, würde ich nach Long Beach fahren, je nach Jahreszeit Whale Watching machen, manche wollen die Queen Mary sehen und es gibt noch mehr Museen sowie einen schönen Strand. Dort gibt es auch ein tolles Wissenschaftsmuseum (das normalerweise ein Space Shuttle beherbergt, aber dieser Teil wird gerade umgebaut). Wenn du auf der Suche nach einer schönen Unterkunft bist, ist die Gegend um Redondo Beach/Manhattan Beach ein wenig entspannter (und fühlt sich sicherer an), ebenso wie Long Beach. Wenn ihr euch für Parks interessiert: Wir lieben Achterbahnen und waren in Sixflaggs, aber nie in den Filmstudios, die für viele Leute ein Muss sind.

Ausflug zu den Kanalinseln (1 Tag). Erfordert eine Reservierung normalerweise 2-3 Wochen vor dem geplanten Datum. Die Boote fahren morgens ab, daher müssen Sie in der Gegend um Oxnard/Ventura bleiben. Camarillo ist ganz in der Nähe und hat das beste Outlet-Center in Kalifornien.

Santa Barbara mit der Mission, Downtown und dem Strand, auch der Zoo mit Kindern (ein guter halber bis ganzer Tag), von dort aus kann man entweder in weniger als 2 Stunden nach San Luis Obispo fahren oder in Solvang bleiben, wenn man auf Weinverkostungen steht.

Uns hat San Diego gefallen, das ist locker ein ganzer Tag bzw. mindestens 2 Tage, wenn man von LA aus fährt.

Der Joshua Tree NP ist schön, aber mindestens 3 Stunden von allem anderen entfernt. Aber: wenn man von San Diego kommt und ihn z.B. mit dem San Bernadino National Forest kombiniert, ist das eine schöne Fahrt und man spart sich auf der Interstate 5 zweimal die selbe Strecke zufahren.

Weiter nördlich an der Central Coast: Carmel/Monterey und Santa Cruz sind schön, in Monterey kann man auch Whalewatching machen. Der Highway 1 ist nördlich von Lucia immer noch gesperrt, aber wenn er wie geplant bis zum Memorial-Day-Wochenende wieder geöffnet wird, ist diese Fahrt von San Luis Obispo aus wirklich ein Muss, denn sie ist eine der schönsten Autobahnen. Man kann sie auch als Rundfahrt von San Luis Obispo aus machen, indem man den Highway 1 und die 101 hinunterfährt.

Für die „großen“ Nationalparks: Sequioa/Kings Canyon sowie Yosemite sind beide ca. 3-4 Autostunden von der Küste entfernt und wenn man beide sehen will, macht es Sinn, sie zu kombinieren. Ich würde dringend empfehlen, unter der Woche dorthin zu fahren, da es an den Wochenenden extrem voll wird. Für den Yosemite NP habe ich in Mariposa übernachtet, was ein guter Ausgangspunkt ist, wenn man nicht im Park zelten möchte. Von dort aus ist man in gut 30 Minuten im Park und in etwa einer Stunde im Yosemite Valley, und man kann dort Hotels zu einem vernünftigen Preis bekommen. Je nachdem, wo man hin will, ist es sinnvoll, nicht den ganzen Weg zurück zur Küste zu fahren, sondern z.B. in Richtung Los Angels auf der Interstate 5, die durch das Central Valley führt.

Uns gefällt auch der Pinnacles NP, der zwischen Monterey und San Luis Obispo liegt, aber abseits der 101.

Weiter nördlich: Tech-Ners können gut einen Tag im Silicon Valley verbringen. San Francisco ist eine eigene Story, für die man einen bis vier Tage einplanen kann, aber man sollte dort kein Auto haben. Somit: erst den Mietwagen zurück geben und dann die Stadt anschauen. Davor über San Francisco hinaus fahren über die Golden Gate Bridge, fahren Sie von dort aus an den Strand und machen Sie eventuell eine Tour durch das Vincecounty (1-2 Tage). Auch Nordkalifornien ist sowohl an der Küste wie auch bei Lake Tahoe schön, aber dann noch mal schnell eine extra Woche und die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten sind größer. 

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